Haben Sie schon mal einen 15 Meter tiefen Schacht mit einem Spaten ausgehoben? Der Handaushub gehört zu den üblichen Arbeiten, wenn man im Südkamerun einen Brunnen erstellt. "Vier bis fünf Monate haben wir für den Bau eines Brunnen benötigt", erzählt unser Kollege Hans Ströcker über die Zeit als Entwicklungshelfer im Departement Nyong et Kelle in Kamerun. Dort leitete er Ende der 80er für zwei Jahre ein Trinkwasserversorgungsprojekt für die deutsche Entwicklungshilfe. Mit Unterstützung regionaler Helfer hat Hans in seiner Zeit - nach Sprachkurs und Haussanierung - drei Brunnen mit mechanisch funktionierenden Handpumpen bauen können. Hört sich nicht so viel an, aber …

"Ein Mann muss in den Schacht klettern und ihn mit einem Spaten bis zu 23 Meter tief ausheben", so Ströcker über die abenteuerlichste Aufgabe im Bauprozess. Vor dem Bau stand noch Überzeugungsarbeit bei der Dorfgemeinschaft an. Bisher waren die Frauen oft kilometerweit gelaufen, um das Wasser aus einem Fluss oder manchmal nur einer Pfütze zu holen. "Der Zusammenhang zwischen unsauberem Wasser und hoher Kindersterblichkeit ist für die ländliche Bevölkerung schwer verständlich."

Die Schweizer Stiftung St. Martin hat sich das Projekt "L’eau c’est la vie" ("Wasser ist Leben") zur Hauptaufgabe gemacht. Seit 1989 konnten so bereits mehr als 1.400 Brunnen entstehen. Ein Projekt, das mit viel Engagement für eine verbesserte Trinkwasserversorgung der ländlichen Bevölkerung in Südkamerun kämpft, ohne die Menschen von der Hilfe abhängig zu machen.

Mehr unter
www.martinstiftung.ch

 

 

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